| |
MSV Brecht
"Hippie
Tunes"
Ihr CD-Debut gab „MSV Brecht“ 2009 mit dem Album „Urwaldallee“. Der Bassist Carlos Bica kommentierte hierzu: “When it comes to music, the further away the musician is from labels the more authentic the creative process, and the closer from the truth one seeks. Urwaldallee is a special revelation of a musical universe which moves beyond the jazz landscape and lets itself be contaminated by other influences.” Seit fünf Jahren arbeiten die vier Improvisatoren Timo Vollbrecht, Peter Meyer, Bernhard Meyer und Hanno Stick bereits gemeinsam an ihrer Musik. Die Aufnahmen entstanden an zwei Tagen unmittelbar nach einer zweiwöchigen Nah-Ost-Tournee. Acht Songs, je zwei von jedem Bandmitglied, in denen alle Einflüsse von Jazz, Rock, experimenteller und elektronischer Musik, sowie auch ein gewisser Folk-Einschlag im Namen gebenden Titelsong „Hippie Tune“, zu einem eigenständigen Bandsound zusammenfließen. Das improvisierende Kollektiv webt dabei ein Netz aus Klanglandschaften, in denen flirrend-glockige Gitarrenflächen und sich langsam entwickelnde Loops, wie im Opener „Perlenbaum“ oder dem finalen Track „Unumbium“, eigenwillige lyrische Stimmungen von hypnotischer Wirkung erzeugen, welche einem am ehesten vielleicht noch entfernte Erinnerungen an Bill Frisell oder Björk in den Sinn kommen lassen. Lange Spannungsbögen bestimmen die Kompositionen „Apart From Being A Part“ und „They Tell Me“, deren harmonische Verläufe ausgefeilter nicht seien könnten und dabei eine völlig eigenständige Klangarchitektonik offenbaren. Während der Bass meist mit viel Gelassenheit für das harmonische Fundament sorgt, verschmelzen Saxophon/ Klarinette und Gitarre bei den behutsam zusammen gedichteten Melodien oftmals geradezu symbiotisch zu einem völlig neuen, eigenständigen Sound. Die Grooves sind an einigen Stellen kantig, rockig, wie z. B. beim kürzesten Song „Le Clap“, den man durchaus als trashiges Disco-Rock Intermezzo bezeichnen kann; weitaus öfter aber umspielt das Schlagzeug in „kontrollierter Ungenauigkeit“ den zugrunde liegenden Puls elegant und klingt gerade dadurch organischer und lässt die hymnischen Themen wie im Titelsong „Hippie Tune“ oder „Tale of Jordan“ sich perfekt entfalten.

Die vier Freunde fanden sich während ihres Studiums am Jazz Institut Berlin. Saxofonist und Klarinettist Timo Vollbrecht zog für sein Masterstudium bei Mark Turner 2010 nach New York, wo er schließlich eine Dozentur für Saxofon an der New York University erhielt. Er konzertiert mit Größen wie Kenny Werner und Joe Lovano. Letzterer bezeichnet Vollbrecht als „fantastic young tenor saxophonist with a lot of ideas that surprise me each time I hear him.“ Das Brüdergespann Peter und Bernhard Meyer arbeitet schon seit je her musikalisch intensiv zusammen. Bernhard studierte Komposition bei John Hollenbeck und arbeitet in musikalischen Projekten an der Seite von Claudio Puntin und Kurt Rosenwinkel. Peter war Schüler Rosenwinkels. Mit dem Trio „Meyer/Baumgärtner/Meyer“ konzertierten die beiden Brüder 2011 auf der Jazz-Baltica. Hanno Stick ist gebürtiger Kieler und studierte Schlagzeug bei John Hollenbeck, Jim Black, Jeff Ballard und Joey Baron. Er ist kreatives Mitglied zahlreicher Bands und lebt, wie Peter und Bernhard, in Berlin. Das Ensemble konzertierte auf wichtigen Festivals wie dem Damascus International Jazz Festival und in renommierten Clubs wie dem „Jamboree“ in Barcelona. 2008 gewann es den Wettbewerb „Winning Jazz“ im Jazzclub Hannover.
|
|
MSV Brecht „Hippie
Tunes“
UNIT Records UTR 4330
Vertrieb: JaKla/harmonia mundi, (A):Extraplatte
 Timo Vollbrecht (ts, cl)
Peter Meyer (g)
Bernhard Meyer (b)
Hanno Stick (dr)
Veröffentlichung:
17.Februar.2012
[Info
als PDF] - 1,3 mB
|