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Bänz Oester
Andreas Schaerer
„Schibboleth“

Eine Stimme, ein Kontrabass und eine Unmenge kleiner musikalischer Dichtungen sind die Werkzeuge von Sänger Andreas Schaerer und Kontrabassist Bänz Oester. Was daraus entsteht, ist schlicht verblüffende, mitreissende Duo-Kunst: Der Stimm- Virtuose Schaerer zitiert von klassischem Gesang über Jodel- und Oberton-Klänge bis zur Beat-Box so ziemlich alles Denkbare; ihm gegenüber steht mit Bänz Oester einer der meisterhaftesten und virtuosesten Bassisten Europas. Ein musikalischer Dialog, dicht, feurig und trotzdem fein gestrickt. Andreas Schaerer mit seiner Stimme und Bänz Oester am Kontrabass ziehen eine gewaltige Spur der Töne und Geräusche durch die musikalischen Landschaften. Unverwechselbar, neu- und einzigartig ist das Zusammenwirken dieser beiden „Weltenmusiker“. Sie erzählen uns amorphe und doch poetische Geschichten aus Kinderzimmern, tausendundeiner Nacht, Oper und Comicstrips. Dabei arbeiten Sie mit einer grandiosen Farbenpalette unter anderem gezischter Wort- und Rhythmusfetzen, glucksend feixender gutturaler Lautreihen und knarzend-schöner Sound-Collagen am Viersaiter. Schaerers Stimme ist off-the-limits und reicht in den zungen- und fingerbrechenden Stilleben der beiden Musiker vom virulenten mongolisch-helvetischen Obertongesang („Mount Sebou“) bis zur barocken Kastratenstimme („For The Exclusive Use Of The Aristocracy“) und vom alpenländischen Jodler bis zur Jazztrompete. Oester ´s Bass liefert die Basis mal ternär trommelnd perkussiv („2 A.-M.“) mal via Walking Basslines („Blue Monk“). Ihre Musik ist wissend und kindisch, virtuos und ursprünglich, narrativ und doch abstrakt zugleich. Vergleichbar eigentlich nur mit den Kunstformen DADA in der Literatur und mit CY TWOMBLY ´S abstraktem Expressionismus in der Malerei. Wie dort hat jede Facette und jede Geste ein Eigenleben. Beide Musiker lassen sich in jeder Sekunde in ein Abenteuer fallen und wir sind jeweils Zeugen einer spannenden spontanen Schöpfungsgeschichte („Marajô“/“Neulich Beim Friseur“) von höchster Improvisationskunst. Alle Songs sind ernsthaft durchdrungen und wirken doch lustig befreiend. Da werkelt Schaerer´s Beat-Box nur so ironisch rückwärts vor sich hin („The Antikythera Mechanism“) und die schweizer Berge stehen Kopf („Finger Mäxu“). In vielen Passagen schüren beide Musiker das „Eingemachte“ unbewußter Träume. Dieses Duo stellt sich auf und erwartet eine Reaktion, der wir uns nur schwer entziehen sollten, weil sie tiefste Sehnsüchte erinnert und weckt. Beide Künstler greifen dabei auf Ihren immensen Erfahrungsschatz aller bisherigen (nicht-nur-Jazz-)Musik-Projekte zurück! Diese Musik hat eine universelle Sprache, die von allen verstanden wird und eine schiere Lebensfreude, die sich garantiert live auf jedes Publikum überträgt.

Andreas Schaerer wird 1976 in Visp im Wallis geboren. Aufgewachsen auf Walliser Alpen, an der schönen Berner Aare und im hügligen Emmental kommt bald der frühe Kinderwunsch auf, Geräuschemacher zu werden und es entstehen erste Hörspiele auf dem heimischen Kassettenrekorder. Er beginnt ein Studium an der Hochschule der Künste in Bern, welches er 2006 abschliesst. Er studiert Gesang bei Sandy Patton und Denise Bregnard, Improvisation bei Andy Scherrer, sowie Komposition bei Klaus König, Christian Henking und Frank Sikora. 2007 gründet er gemeinsam mit Marc Stucki und Benedikt Reising die Berner Jazzwerkstatt. Dieses Kollektiv versteht sich als Kommunikationspunkt, der Musiker und Komponisten verschiedener stilistischer als auch geografischer Herkunft zusammenführt und einen künstlerischen Austausch fördert. Als Sänger spielt er regelmässig mit seinen eigenen Projekten, so z.B. mit seinem Sextett „Hildegard lernt fliegen“, im Trio mit den beiden Wiener Musikern Martin Eberle und Peter Rom, sowie mit „Das Beet“. Daneben ist er ein gefragter Studiomusiker und arbeitet in diversen Stilrichtungen von Freejazz über HipHop bis hin zu Produktionen von Computergames. 2008 gewinnt er mit seinem Sextett „Hildegard lernt fliegen“ den 1. Preis des renommierten ZKB Jazzpreises. 2011-2013 kommt Andreas Schaerer ausserdem in den Genuss der prioritären Jazzförderung der Pro Helvetia. 2009 und 2010 arbeitet er zweimal auf Einladung von Bobby McFerrin mit diesem zusammen. Im Rahmen der improvisierten Oper „Bobble“ kommt es zu vier Aufführungen am Stimmenfestival in Augusta Raurica und in der „Grand hall of music“ in Moskau. Er arbeitet und performt unter anderem mit Bänz Oester, Jan Galega Brönnimann, Colin Vallon, Joe Haider, Elina Duni, Norbert Pfammatter, Fabian Gisler u. v. a. Für 2011 ist ausserdem eine Zusammenarbeit mit Kaspar Ewald für dessen neue Komposition „paradise lost“ geplant. Zur Zeit unterrichtet Andreas Schaerer im Rahmen einer Professur an der Hochschule der Künste in Bern Jazzgesang und Ensemblespiel.

Bänz Oester ist zur Zeit auch zu hören mit BraffOesterRohrer, Wintsch-Hemingway-Oester, dem Samuel Blaser Quartett, dem Pierre Favre Ensemble und anderen. Er ist seit mehr als 20 Jahren einer der gefragtesten Bassisten der Schweiz. Konzerte, Tourneen und Aufnahmen u. a. mit Dewey Redman, Joe Lovano, Vienna Art Orchestra, Michael Brecker, Ray Anderson, Ellery Eskelin, Arthur Blythe, Joey Baron, Chris Potter, Marc Johnson, Bill Stewart, Jim Black, Michel Godard, Wolfgang Muthspiel, Adam Nussbaum, Sylvie Courvoisier, Andy Scherrer, Jacky Terrasson, Erik Truffaz, Paolo Fresu, Johannes Enders, Kurt Rosenwinkel u. v. a.

Bunte und abwechslungsreiche Mischung zwischen freier Improvisation und imaginärer Tradition. ( Jazzpodium , Juni 2010)

„Folklore Imaginaire“ im besten Wortsinn. Klasse. ( Jazzthing , Juni 2010)

FANTASTIC CD! I do hope this duo project will be coming to New York before not too long....!!! ( All about Jazz - New York , April 2010)

 

Oester Schaerer
„Schibboleth“

UNIT Records UTR 4241
Vertrieb-D: JaKla/Alive
Vertrieb-A: Extraplatte

Andreas Schaerer
(voices, mouthpercussion, humansounds, jews harp)
Bänz Oester
(bass, shrutibox, footpercussion, prepared bass)

Veröffentlichung:
18.02.2011

[Info als PDF] - 2,5 MB

 

 

 
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